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Region: WWF sucht mit "Wilderei-Notruf" nach Zeugen

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Die Nachstellung streng geschützter Tierarten in Bayern bleibt ein Problem. So werden etwa im Bayerischen Wald seit Jahren Luchse getötet oder verschwinden auf ungeklärte Weise. Bislang konnte erst ein Tatverdächtiger ermittelt werden, auch mithilfe von Hinweisen, die ein Zeuge dem WWF gemeldet hatte. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft ziehen sich allerdings nach wie vor in die Länge. Auch mehrere Fälle des Diebstahls der streng geschützten und vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel in Bayern sorgten bei Naturschützern für Empörung. Die Vorkommnisse in Bayern reihen sich ein in eine Kette von zahlreichen Fällen im gesamten Bundesgebiet. "In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland nachweislich mindestens 25 Wölfe, sechs Luchse und über 1.500 Greifvögel und Eulen vergiftet, erschossen oder in illegalen Fallen gefangen", erklärt Moritz Klose, Referent Wildtiere in Europa beim WWF Deutschland. "Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer dürfte noch um ein Vielfaches höher liegen."

Für die Naturschutzorganisation WWF ist damit eine Schmerzgrenze erreicht. Auch angesichts der "verschwindend geringen" Aufklärungs- oder gar Verurteilungsquote. Um das zu ändern hat der WWF eine neue 24-Stunden-Notrufhotline eingerichtet, denn oft fehlt es an Hinweisen zum Tathergang oder dem Täter. Immer noch wird das Verbrechen als Kavaliersdelikt verharmlost. Unter der Nummer 0800 10 20 340 können Zeugen ab sofort Aussagen zu derartigen Fällen machen, auf Wunsch auch anonym. Meldungen sind darüber hinaus unter www.wildereinotruf.de möglich.

"Wir wollen es Zeugen so einfach wie möglich machen ihre Beobachtungen zu melden", so Moritz Klose "Das illegale Töten geschützter Tierarten ist kein Kavaliersdelikt sondern eine Straftat. Wir müssen die Täter zur Verantwortung ziehen."
Ziel des WWF ist es, durch die Hotline den Druck auf die Straftäter zu erhöhen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Zugleich kritisiert die Naturschutzorganisation, dass es in Deutschland bei der Strafverfolgung zu Wilderei durch Polizei und Behörden weiterhin Defizite gibt. Nicht nur die Luchs-Wilderei im Bayerischen Wald blieb bisher ungeahndet. Nach Recherchen des WWF konnten lediglich bei drei der 25 getöteten Wölfe der oder die Täter ermittelt werden. Obwohl das Bundesnaturschutzgesetz bei der Tötung eines streng geschützten Tieres -eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vorsieht, wurden bislang die Verfahren in den überwiegenden Fällen eingestellt. Lediglich in zwei Fällen mussten die Täter Geldstrafen von 1000 bis 3500 Euro zahlen."

"Mit dem fünfzwanzigsten getötet aufgefundenen Wolf seit dem Jahr 2000 ist für uns eine Schmerzgrenze überschritten. So kann es nicht weitergehen", so Klose. "Jeder kann nun helfen die Verfolgung streng geschützter Tierarten in Deutschland zu bekämpfen. Beim Pilze sammeln, auf Wanderungen, beim Radfahren oder bei Unternehmungen in der Natur: Niemand sollte sich scheuen, bei einer verdächtigen Entdeckung aktiv zu werden. Wir werden alle Hinweise prüfen und treten in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Machen Sie Fotos und melden Sie ihre Beobachtung an den WWF Wilderei-Notruf. Informieren Sie insbesondere beim Fund von anderen Wildtieren auch das örtliche Forstamt bzw. den zuständigen Jäger oder Förster. An einem Tatort der Wilderei gelten zudem die gleichen Regeln wie bei jedem anderen Verbrechen: Rufen Sie die Polizei und verändern Sie derweil nichts am Fundort."

Pressekontakt: Roland Gramling, WWF Deutschland, Pressestelle, Tel. 030 311 777 425, roland.gramling@wwf.de

Meldung vom 25.08.2017 12:11 Uhr

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